Plácido Domingo
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Plácido Domingos Repertoire umfasst 147 Rollen, eine Zahl die von keinem anderen berühmten Opernsänger der Geschichte erreicht wird. Plácido Domingo singt nicht nur Tenor-Partien, sondern auch Baritonrollen: Athanaël in »Thaïs« von Massenet, Francesco Foscari in »I due Foscari«, Germont in »La traviata«, die Titelrollen in »Nabucco«, »Simon Boccanegra« und »Rigoletto«, Giacomo in »Giovanna d’Arco« und Graf Luna in »Il trovatore«, 2015 Macbeth, Ernani und Gianni Schicchi. Zu Plácido Domingos über einhundert Gesamtaufnahmen von Opern, Kompilationen von Arien und Duetten sowie Crossover-Platten gehören die bei der Deutschen Grammophon erschienene Anthologie sämtlicher Tenor-Arien von Verdi und die von EMI veröffentlichten Alben von Wagner-Rollen, die Plácido Domingo nicht auf der Bühne gesungen hat: Siegfried sowohl in der gleichnamigen Oper als auch in der »Götterdämmerung« und Tristan in einer Gesamtaufnahme von »Tristan und Isolde«. Seine umfangreiche Arbeit im Tonstudio hat ihm elf Grammy Awards und zwei Latin Grammy Awards eingebracht, zudem gewann er Emmy Awards für den Fernsehfilm »Hommage à Sevilla« und für die »Gold and Silver Gala« der Metropolitan Opera. Die Latin Recording Academy wählte ihn 2012 zur »Person of the Year«. Domingo hat mehr als fünfzig Musikvideos aufgenommen und dazu vier Opernverfilmungen: »Carmen«, »La traviata«, »Otello« und »Tosca«; die Verfilmung des »Rigoletto« aus Mantua wird bald erscheinen. Er dirigierte viele Opernaufführungen an der Metropolitan Opera, am Royal Opera House in Covent Garden, der Wiener Staatsoper, der Los Angeles Opera und mit vielen anderen Ensembles und außerdem Sinfoniekonzerte mit dem Chicago Symphony Orchestra, dem National Symphony Orchestra (Washington), dem London Symphony Orchestra, den Berliner Philharmonikern, dem Orchestre symphonique de Montréal und vielen anderen mehr. 1990 formierten sich Plácido Domingo, José Carreras und der mittlerweile verstorbene Luciano Pavarotti spontan zu den »Drei Tenören«, die in unregelmäßigen Abständen mit ungeheurem Erfolg in der ganzen Welt konzertierten und viele Menschen neu für die Oper begeisterten.
Der 1941 in Madrid geborene Plácido Domingo, dessen Eltern beide Zarzuela-Sänger waren, kam mit acht Jahren nach Mexiko. Er besuchte das Konservatorium von Mexiko-Stadt, wo er anfangs Klavier und Dirigieren studierte. Als man aber sein Gesangstalent bemerkte, begann er auch in diesem Fach Unterricht zu nehmen. Mit achtzehn Jahren debütierte er in einer kleinen Rolle (Borsa in »Rigoletto«) an der Mexikanischen Nationaloper und seinen ersten Auftritt in einer Hauptrolle (Alfredo in »La traviata«) hatte er in der Stadt Monterrey, als er gerade zwanzig war. Nachdem er drei Spielzeiten an The Israeli Opera in Tel Aviv gesungen hatte und dort in zwölf verschiedenen Rollen insgesamt 280 Mal aufgetreten war, setzte er 1965 zu seiner großen internationalen Karriere an. Seither ist er an allen führenden Opernhäusern der Welt aufgetreten.
1993 begründete Plácido Domingo »Operalia« (das dieses Jahr in Guadalajara, Mexiko, stattfindet), einen internationalen Gesangswettbewerb, der sich für die Karrieren vieler Sänger, die inzwischen selbst Größen auf den Bühnen der Welt geworden sind, als Sprungbrett erwiesen hat. Plácido Domingo war auch die treibende Kraft hinter dem Domingo-Cafritz Young Artist Program der National Opera in Washington und dem Domingo-Thornton Young Artist Program der Los Angeles Opera, die beide zum Ziel haben, die Karrieren der zukünftiger Opernkünstler zu fördern.
In seinem Geburtsland Spanien wurden Plácido Domingo das Großkreuz des Ordens Isabellas der Katholischen, die Medaille des Ordens der Künste und Wissenschaften Spaniens und der Prinz-von-Asturien-Preis für Kunst verliehen. In Mexiko, wo er aufwuchs, erhielt er den Orden vom Aztekischen Adler. Verliehen wurden ihm ferner die Freiheitsmedaille des Präsidenten der Vereinigten Staaten und die Titel eines Kommandanten der französischen Ehrenlegion, eines Ritters ehrenhalber des British Empire und sowohl eines Großoffiziers als auch eines Ritters vom Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik. Für sein lebenslanges Engagement und seinen Beitrag zur Musik und den Künsten ernannten ihn die University of Oxford und die New York University zum Ehrendoktor. 2009 überreichte ihm König Carl Gustaf von Schweden den ersten, damals neu gestifteten Birgit-Nilsson-Preis, der mit einer Million Dollar der am höchsten dotierte Preis der klassischen Musikszene ist, für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Oper. Als er den Preis entgegennahm, sagte Domingo, dieser werde seinem jährlichen »Operalia«-Wettbewerb von großem Nutzen sein. Am 21. November 2012 wurde er zum Sonderbotschafter der UNESCO aus Anerkennung für seine besondere Unterstützung junger Künstler durch den »Operalia« Wettbewerb sowie für sein Engagement im Dienste der Werte und Ideale der UNESCO ernannt. Er hat Millionen von Dollars mit Benefizkonzerten eingespielt – zum Wohle der Opfer des verheerenden Erdbebens 1985 in Mexiko, der von Hurricane Pauline verursachten Überschwemmungen in den mexikanischen Provinzen Guerrero und Yucatán und in El Salvador sowie der Opfer von Hurricane Katrina in New Orleans, wo 2009 die Bühne des Mahalia Jackson Theatre for the Performing Arts nach ihm benannt wurde. 2006 dirigierte er aus Anlass des ersten Todestags von Papst Johannes Paul II. in Warschau Verdis »Messa da Requiem«.
Sein Amt als Intendant der Washington National Opera legte er am Ende der Saison 2010/11 nach fünfzehn Jahren nieder, er bleibt aber weiterhin Intendant der Los Angeles Opera.
Newsweek und andere internationale Medien haben Plácido Domingo treffend als »König der Oper« beschrieben, als »wahren Alleskönner in der Musik« und als »größten Opernkünstler der Moderne«.
Photo: Greg Gorman | Courtesy of LA Opera